Im Rahmen des Projekts „Einmischen“ setzten sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9Rc intensiv mit politischem Lernen, gesellschaftlichem Engagement und demokratischen Entscheidungsprozessen auseinander. Ziel des Projekts war es, ein aktuelles gesellschaftliches Schlüsselproblem zu erkennen und daraus ein eigenes Engagementprojekt für unsere Schule zu entwickeln.

Tag 1: Mitreden, mitdenken, mitentscheiden

Der erste Projekttag begann mit einer Vorstellungsrunde und einem Kennenlernspiel, das für eine offene und vertrauensvolle Atmosphäre sorgte.

Anschließend beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema Demokratie und Meinungsbildung. In Partnerdiskussionen – zunächst spielerisch zur Frage „Eisessen oder Kino?“ – lernten sie, Argumente auszutauschen und unterschiedliche Standpunkte zu respektieren. Diese Form der Diskussion wurde danach auf gesellschaftlich und politisch relevante Themen übertragen, darunter:

  • Olympische Spiele in München
  • Waffenlieferungen in die Ukraine
  • Abtreibungsverbot
  • Vegane Ernährung
  • Fast Fashion
  • Social Media

Die Jugendlichen diskutierten engagiert, sammelten Pro- und Contra-Argumente und übten, andere Perspektiven nachzuvollziehen.

Im nächsten Schritt ging es um Formen gesellschaftlichen Engagements und deren Wirkung. Dabei wurden unter anderem Zivilcourage, „Fridays for Future“, Klimaaktionen, ehrenamtliche Tätigkeiten und das Engagement in der freiwilligen Feuerwehr thematisiert.

In einer anschließenden Ideen-Challenge entwickelten die Schülerinnen und Schüler eigene Vorschläge für ein Schulprojekt. Nach einer demokratischen Abstimmung mit jeweils einer Stimme pro Person entschied sich die große Mehrheit für eine
👉 Informationsrunde in jüngeren Klassen.

Tag 2: Diskriminierung erkennen und gemeinsam handeln

Der zweite Projekttag startete mit einem Aufwärmspiel. Durch Rollenübungen wurden verschiedene Formen von Diskriminierung erfahrbar gemacht und aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Eine Teamaufgabe – der Bau eines Turms aus Zeitungen – stärkte zusätzlich Zusammenarbeit und Kommunikation.

Anschließend reflektierten die Jugendlichen ihre persönlichen Stärken und Schwächen und organisierten sich selbstständig in Projektgruppen:

  • Präsentationsgruppe
  • Fragegruppe
  • Planungsgruppe
  • Infosuchgruppe
  • Plakat- und Gestaltungsgruppe

So übernahm jede und jeder Verantwortung für einen wichtigen Teil des Gesamtprojekts.

Engagement für die Schulgemeinschaft: Vorträge für die 5. und 6. Klassen

Das gewählte Thema lautete schließlich „Diskriminierung“. An zwei Tagen führten die Schülerinnen und Schüler der 9 R c eigenständig Informationsveranstaltungen für die 5. und 6. Klassen durch.

Dabei behandelten sie unter anderem:

  • Was ist Diskriminierung?
    Eine verständliche Einführung in den Begriff
  • Merkmale und Gründe
    z. B. Herkunft, Religion, Sprache, Behinderung, Aussehen, Körperform, Geld, Alter
  • Arten von Diskriminierung
    Rassismus, Sprachdiskriminierung, Geschlechtsdiskriminierung, religiöse Diskriminierung sowie Diskriminierung aufgrund von Alter oder sexueller Orientierung

Auflockernde Spiele sorgten für eine aktive Einbindung der jüngeren Schülerinnen und Schüler. Ein Film vertiefte das Thema zusätzlich.

  • Ursachen und Folgen
    Vorurteile, Unwissenheit, Gruppenzwang oder Erziehung wurden als mögliche Ursachen thematisiert. Ebenso sprachen die Jugendlichen über die Folgen für Betroffene, wie Angst, geringes Selbstbewusstsein, Schulprobleme oder sozialen Rückzug.
  • Lösungen und Handlungsmöglichkeiten
    Gemeinsam wurde erarbeitet:
  • Respekt zeigen
  • „Stopp“ sagen
  • Nachfragen statt urteilen
  • freundlich sein und Probleme ansprechen
  • nicht mitlachen, wenn andere ausgegrenzt werden
  • Hilfsangebote kennen, z. B. Beratungsstellen oder die „Nummer gegen Kummer“

Nachhaltigkeit des Projekts

Etwa einen Monat später traf sich die Klasse erneut zu einer Feedbackrunde. In Kleingruppen reflektierten die Schülerinnen und Schüler ihre Erfahrungen, stellten ihre Ergebnisse zusammen und präsentierten ihr Projekt nochmals vor anderen Klassen. Dabei wurde deutlich, wie nachhaltig das Projekt gewirkt hat – sowohl fachlich als auch persönlich.

Den Abschluss bildete eine Zukunftswerkstatt unter der Leitfrage:
„Wie sollte eure Welt in Zukunft aussehen?“
Hier entwickelten die Jugendlichen Visionen einer gerechten, respektvollen und vielfältigen Gesellschaft.

Das Projekt „Einmischen“ hat eindrucksvoll gezeigt, dass politische Bildung dann besonders wirksam ist, wenn junge Menschen selbst aktiv werden, Verantwortung übernehmen und erleben, dass ihre Stimme zählt.